Die Feldbahnsinnigen

Forum für Modellfeld-und Kleinbahnen
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 Betreff des Beitrags: Mein erster "richtiger" Feldbahnzug
BeitragVerfasst: Mi 25. Jul 2018, 00:11 
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Registriert: Mo 23. Apr 2018, 13:59
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Hallo Freunde,

ich habe meinen ersten “richtigen“ Feldbahnzug erstellt. ;)

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Abweichend von meinen sonstigen Umbauten, bildeten hier LGB-Gnomy-Wagen und billige H0- Kleinbahn-Güterwagen die Ausgangsbasis. Außerdem habe ich Ballastkugeln verwendet, um den Wagen etwas mehr Laufruhe zu verleihen. Diese Kugeln sind “Abfall“ von einer Sandstrahlanlage.

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Die Kleinbahnwagen (damals rund 4€ pro Stück) sind einfach zu zerlegen – einfach beidseitig die Rastnasen lösen und schon hat man den Aufbau vom Fahrwerk getrennt.

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Am Wagenboden sind einachsige “Drehgestelle“ mit einer angespritzten Kupplung eingeklipst.

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Die Kupplung habe ich mit einem Seitenschneider abgezwickt und den Drehgestellrahmen an eben jener Stelle mit einem Fräser ausgehöhlt, um etwas Raum für das 4-kant-Messingrohr meiner Selbstbau-Mittelpufferkupplung zu schaffen.

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An den drei Gnomywagen, die ich besitze, habe ich schon zu einem früheren Zeitpunkt herumgebastelt. Jetzt habe ich allerdings beschlossen, sie ein wenig zu überarbeiten.

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Hier mal der Erste – ein gedeckter Güterwagen.

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Dazu habe ich zuerst das Fahrwerk vom Aufbau getrennt. Beide sind mit ziemlich stabilen Klipps verbunden. Was gleich zu Beginn auffällt, ist die sehr schmale Bremserbühne (siehe oberes Bild). Dieses Problem kenne ich allerdings schon von den Fleischmann-Wagen. An diesem Fahrzeug wollte ich sie aber verlängern.
Die Länge der Bühne hat sich durch die Länge des Kleinbahnfahrwerkes ergeben.

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Auf die Bühnenfläche habe ich Holzbretter aus Kaffeerührstäbchen geklebt. Bei der Gelegenheit habe ich auch Griffstangen aus Stahldraht angefertigt. Das originale “Bühnenabschlussblech“ (heißt das so?) habe ich unten etwas ausgeschnitten, um es tiefer ansetzen zu können. Danach habe ich es angeklebt.

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An der Unterseite des Güterwagens habe ich die Kupplungen befestigt…

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…und dann im Laderaum noch schnell, schnell ;) ein (zu kleines) Stück Karton eingeklebt, mit Ballastkugeln gefüllt und diese mit UHU fixiert. Die Wahl des Klebers war aber nicht optimal, weil er unten rausgeronnen ist. :roll: Aber wenn das Dach drauf ist, sieht man es nicht mehr.

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Für den Herrn Preiser ist das aber ok und er hat schon mal auf der Bühne Platz genommen. ;)

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Vielleicht verkleide ich das Missgeschick auch mit Kartonschachteln. Die Druckvorlage hätte ich ja schon…wenn ich nur wüsste, wie man die von 1:8 bzw. 1:16 auf 1:43 skaliert… :oops:
Damit könnte ich auch die unsauber und schlampig verlegten Holzbretter vom ursprünglichen Umbau verdecken…

Ich ahne schon, dass es jetzt einigen von euch den Magen umdreht. :shock:

Den Abschluss bildete eine Patinierung mit Pulverfarben und eine Versiegelung mit Haarspray.


Der zweite Wagen war mal ein offener Güterwagen (glaube ich zumindest – ist schon lange her). Den habe ich seines Fahrwerkes und seiner dicken Bordwände beraubt und Brennholz auf die Ladefläche geklebt.

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Natürlich hätte ich bei der Gelegenheit gleich etwas Ballast darunter verstecken können, aber dazu hätte ich vorher daran denken müssen… :oops:
Deshalb bekam er das Zusatzgewicht in Form der kleinen Kügelchen auf die Unterseite geklebt. Haha, noch tieferer Schwerpunkt. ;)

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Auf Grund der Kürze des Aufbaues, die ich nicht verändern wollte, bekam der Wagen ein verkürztes Kleinbahnfahrwerk mit den originalen Einachsdrehgestellen unter den Boden geklebt. Auch hier habe ich erneut meine “neue“ Billigkupplung verbaut und zum Abschluss alles betriebsverschmutzt.

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Mein drittes „Opfer“ war einmal ein rot-weißer Personenwagen. Beim ersten Umbau, vor einiger Zeit, hatte ich den Wagen hellgrau/ hellblau lackiert und Längsbänke aus Karton eingeklebt.

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Das hat mir aber nie so richtig gefallen. Zudem wäre es noch notwendig gewesen, die viel zu großen Fenster zu verkleinern. Das wäre allerdings einem Neubau gleichgekommen und darauf hatte ich keine Lust. Damals hatte ich auch erste Versuche unternommen, eine Handbremskurbel und Bremsschläuche darzustellen. Naja, etwas grobschlächtig…und über die Gestaltung der Dachfläche wollen wir gnädig den Mantel des Schweigens breiten. :oops:

Also wurden Aufbau und Fahrwerk voneinander getrennt und ein Flachwagen sollte daraus entstehen. Das vorhandene Kleinbahnfahrwerk passte aber nicht in den Gnomy-Fahrwerksrahmen und schlussendlich verwarf ich diese Idee wieder.

Stattdessen habe ich auf dem Kleinbahnfahrwerk eine Gewichtsplatte mit Holzumrandung und auf diese Holzbretter geklebt. Das war ja einfach…aber langweilig :|

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Aber zumindest einem hat´s gefallen ;)

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Nach ein paar Tagen Reifezeit im Keller und zwischenzeitlichem durchforsten des Internets, hatte ich die rettende Idee:
Ich brauche unbedingt einen Grillwagen - respektive meine Modellbahnmenschen…bei dem Wetter… ;)

Aber wie tun? Da ließ ich meinen Blick über meine Ramschkiste schweifen und blieb an Spielzeugeisenbahnen aus Überraschungseiern hängen. Die hatte ich vor vielen Jahren als Bonus zu einem Ebaykauf geschenkt bekommen. Ich dachte, dass ich sie wohl irgendwann verwenden würde können und habe sie damals in ihre Einzelteile zerlegt und in Beuteln gelagert. Die Bilder stellen nur einen kleinen Teil der Sammlung dar.

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Die Fahrwerke konnte ich bald danach ihrem neuen Zweck als Plattformwagen für meine H0e-Modellbahn zuführen. Natürlich hatte ich sie zuvor lackiert und Furnierholzbretter draufgeklebt. Die Rolleigenschaften sind mit den Spielzeugachsen natürlich nicht berauschend, aber sie sollten ohnehin nur als Deko dienen.

„Ja gut, aber was hat das alles mit einem Feldbahn(grill)wagen zu tun?“, fragt sich der geneigte Leser zurecht.
Nun ja, unter den „Modellen“ befanden sich auch kleine Muldenkippwagen und genau diese Kippmulden habe ich für den Umbau verwendet.

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Bei zweien habe ich jeweils eine Stirnwand abgeschnitten und dann die beiden Hälften miteinander verklebt. Als Stabilisierung diente ein gerade herumliegender Papierstreifen. Jaja, vor mir ist nichts sicher...

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Dankenswerterweise ließen sich auch die Drehhalterungen einfach bearbeiten und tatsächlich ist die ganze Mulde immer noch kippbar. Ist aber auch notwendig, wenn meine kleinen Menschen eine ordentliche Grillparty schmeißen und dann die ganzen Kohle- und Ascherückstände entsorgen müssen.

Aber Halt! Heiße Kohle und eine Holzladefläche vertragen sich nicht! Da muss ein Schutzblech her. Das herumliegende Paketband aus Kunststoff versuchte sich zwar ganz unbemerkt zu verstecken, aber in meinem Chaos habe ich jederzeit den Überblick. Schnipp schnapp und schon waren zwei Stücke abgeschnitten.

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Eines davon habe ich auf einer Seite mit dem Stanleymesser angeritzt und dann etwa 45° abgewinkelt. Das soll die „Aschenrutsche“ darstellen, damit der Holzboden und der Lack des Rahmens nichts abbekommen (als ob das bei meinen Umbauten irgendeine Rolle spielen würde…). Das andere Stück Paketband kam direkt unter die Kippmulde. Alles wurde ordentlich verschmutzt und ich dachte, ich wäre fertig.

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Wenn da nicht die innere Stimme gemahnt hätte (und die Modellmännchen ebenso): „Wo sind die Kohlen? Und das Anzündholz? Und der Grillrost?“ Ok ok, ich mach ja schon…
Ein paar kurze Holzstückchen waren schnell angeklebt und die „Kohlensäcke“ sind Styroporbruchstücke, die ich mit einem Pinsel-Abwisch-Papierhandtuch überzogen habe. Der Glanz kommt vom noch nicht getrockneten Leim und wurde nachher noch mit Alterungspulver abgemildert.

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Ich weiß, das geht noch besser, aber diese Materialien hatte ich gerade zur Hand und für den Gesamteindruck passt´s. Für den Grillrost wollte ein Stück Hasenstallgitter den Darsteller machen. Mit einer Maschenweite von 1 x 1 cm fällt aber das ganze Grillgut durch. Da muss ich noch Ausschau nach einem nicht mehr benötigten Sieb halten. Ich weiß, dass ich ein stark verrostetes Teil davon in den Tiefen meiner Unordnung habe und ich werde es auch finden! Wäre ja gelacht. ;)

Und dann braucht´s noch Grillbesteck und einen Wasserkübel, eine (herunterklappbare) Treppe, um den Wagen zu erklimmen,…

Jetzt noch ein paar Bilder "in freier Wildbahn"

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Als Zuglok schwebt mir ein Gnomy-Triebwagen vor. Von denen habe ich zwei und die harren schon lange eines Umbaues.

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Mal sehen, wann sich mir ein passendes Fahrwerk zeigt. Ideen über ein mögliches Aussehen habe ich schon durch die Bildersuche gefunden.

Ich hoffe, euch hat mein Umbaubericht gefallen.

Liebe Grüße, Wolfgang.

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 Betreff des Beitrags: Re: Mein erster "richtiger" Feldbahnzug
BeitragVerfasst: Mi 25. Jul 2018, 09:23 
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Registriert: Mo 23. Nov 2009, 22:48
Beiträge: 2056
Hallo,
der Anfang ist gemacht, bin auf mehr gespannt!
Umscalieren geht doch recht einfach.
Mittels Kopiergerät und entsprechenden Faktor im Copyshop deiner Wahl umscalieren und ausdrucken oder einscannen, mit Bildbearbeitungsprogram bearbeiten und wieder ausdrucken.
Fahrwerk:
schau mal hier:
https://shop.ferro-train.com/hallingShop/product/home/zubehoer_und_ersatzteile/antriebe
Diese Antriebe haben sich auch im GN 15 Bereich und bei den 0e Bahnern bestens bewährt.

MfG

Ronald

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"Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist!"

Karl Valentin


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 Betreff des Beitrags: Re: Mein erster "richtiger" Feldbahnzug
BeitragVerfasst: Mi 25. Jul 2018, 20:30 
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Registriert: Mo 23. Apr 2018, 13:59
Beiträge: 63
Hallo Ronald,

danke für den Tipp von Halling. Den kenne ich und die Firma ist ja auch in Wien. Ich habe auch ein Vario-Fahrwerk zu Hause, allerdings in H0e.
Ich wollte vor ein paar Jahren eine Tramwaylok von Steve Bennet (UK) damit motorisieren. Damals war ich einer der Glücklichen, die "nur" 8 Monate auf den Bausatz warten mussten. ;)

Was das Skalieren betrifft, bin ich aus deinen Zeilen leider noch immer nicht ganz schlau geworden :oops: Es geht genau um den Umrechnungsfaktor. Meine Annahme ist folgende: Wenn eine Druckdatei im - sagen wir mal - Maßstab 1:8 ist und ich sie auf 1:43 skalieren möchte, muss ich dann den Drucker auf 54% einstellen? Mein Gedankengang: 43 dividiert durch 8 ergibt gerundet 5,4.
Passt das, oder hab ich wo einen Knopf im Denken?

Fragende Grüße, Wolfgang.

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 Betreff des Beitrags: Re: Mein erster "richtiger" Feldbahnzug
BeitragVerfasst: Do 26. Jul 2018, 04:03 
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Registriert: Mo 20. Jun 2011, 00:41
Beiträge: 6
Hallo Wolfgang,

zu später Stunde vesuche ich es mal, bin aber kein Mathematiker mit tollen Formeln ...

ich sage es mal so:

100 x 8 / 43 = 18,6 % also am Kopierer (oder Druckprogramm) Faktor 18,6 ( 19 ) einstellen.

Probe

100 cm in 1:8 = 12,5 cm
100 cm in 1:43 = 2,325 cm

12,5 cm Zeichnung mit dem Faktor 18,6 % kopieren = 12,5 cm x 0,186 = 2,325 cm

Paßt !

Gruß Harry


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 Betreff des Beitrags: Re: Mein erster "richtiger" Feldbahnzug
BeitragVerfasst: Do 26. Jul 2018, 08:28 
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Registriert: Mo 23. Apr 2018, 13:59
Beiträge: 63
Guten Morgen Harry!

Na das ist ja eine ungewöhnliche Uhrzeit :)
Vielen Dank für deine Tipps. So werde ich das versuchen.

Liebe Grüße, Wolfgang.

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