Die Feldbahnsinnigen

Forum für Modellfeld-und Kleinbahnen
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 Betreff des Beitrags: Techniken der Alterung; Einführung
BeitragVerfasst: Di 8. Dez 2009, 16:00 
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Registriert: Di 24. Nov 2009, 00:18
Beiträge: 264
Ich möchte hier losgelöst von den normalen Beiträgen der Kategorie Supern eine Einführung in dieses Thema geben. Aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis, aber auch aus anderen Richtungen wie dem BBF, weiß ich, daß da großes Interesse besteht. Viele tolle Modellbauer, handwerkliche Meister ihres Faches, scheitern bei der Farbgebung. Entweder wird ein Modell nur lackiert und wirkt trotz höchster Präzision modellhaft, oder es wird gealtert, was meistens Zuschmieren mit schwarzer Pampe bedeutet. Der Satz: In 1000 Stunden gebaut, in 10 Minuten versaut, kommt nicht von ungefähr und ist leider mehr als wahr. Ich versuche immer, alle Modelle, egal ob Fahrzeuge, Gebäude oder Zubehör so natürlich wie möglich darzustellen, ohne zu verkitschen oder zu verniedlichen.
Einige wenige Beispiele sind mittlerweile im Forum, sind aber zum erkennen des "Wie" zu komplex und farblich unübersichtlich. ZB.:

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Ich möchte deshalb ein Fahrzeug vorstellen, das absolut nichts mit Feldbahn zu tun hat, aber durch seine Einfarbigkeit ideal zum Darstellen von "Alterung", eher Abnutzung und Verwitterung, geeignet ist. Einfarbigkeit ist am Schwersten zu meistern, da nur eine Farbe zur Verfügung steht. Die gilt es zu variieren. Einfach die Bilder wirken lassen und in Ruhe alle Strukturen wirken lassen. Im Original ist die Farbe kräftiger, die leichte Blässe liegt am Fotographieren. Das Modell ist Maßstab 1:16.

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Wenn solche Nahaufnahmen nicht grob und verkleckst aussehen, darf man mit sich zufrieden sein.
Man sieht eine Vielzahl von verschiedenen Grüntönen, je nach Verschmutzungs- oder Verwitterungsgrad, frische und alte Kratzer in den verschiedenen Farbschichten, Rost aller Farben, blanke Stellen durch laufendes Begehen und Dreck.
Für die Lackierung und Alterung habe ich ,14 Tage am Stück, täglich 4 Stunden, gebrauch.
Die Anzahl der Malgänge ist 4-stellig. Alle Schritte, also alle Farbtöne, Kratzer, usw., das gesamte Erscheinungsbild, lege ich im "Kopf" fest. Es entsteht also nicht während des Malens, "mal sehen, was man jetzt machen könnte". Das ist schwierig, bringt aber dann das vorher ausgedachte Ergebnis.

Ein weiteres Thema ist die Figurenbemalung. Ich habe als Einzelfiguren oder für meine Dioramen ca. 400 gute bis beste Resinfiguren bemalt, die fast schon photographische Züge tragen. In 1:22,5 ist das ein Trauerthema. Die Figuren sind meist plumpe Erscheinungen. Da kann man nur hoffen, daß ein Hersteller endlich mal alle Register zieht, wie das bei 1:35 möglich ist.

Ich möchte mal 3 Figuren in 1:16 vorstellen, wie gesagt keine Feldbahn, sondern aus meiner Uniformserie, die sich mal vom Mittelalter bis zum 2. WK erstrecken wird. Die Figuren sind Bausätze aus Resin. Bei der Detaillierung ist es möglich, alle Sachen so darzustellen wie im Original, Holz wie Holz, Leder wie Leder, alles abgenutzt, dreckig, verfärbt. Ich denke, daß mir dies gelungen ist. Im Moment habe ich Figuren in 1:22,5 meiner "Feldbahnmitstreiter" zur Bemalung da. Die werde ich dann mal gegenüberstellen.

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Das war ein Exkurs zum Thema Malen, die weiteren Beiträge finden dann am reinen Feldbahnobjekt statt, Interesse vorausgesetzt.

Die Beschreibung der Bemalung anhand aller einzelnen Schritte mit Bildern würde mit dieser Lore beginnen. Es wurde ein Zustand gewählt, wo die Grundfarbe noch sichtbar ist, durchsetzt mit großflächigen Verrostungen.

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Diese 1,75 Kubikmeterlore gibts übrigens als hervorragenden Bausatz beim Ronald, dem Sandbahner, evtl. sogar fertig. Also anfragen!!

Wenn gewollt, natürlich.

Siehe auch hier.

http://www.die-feldbahnsinnigen.de/forum/viewtopic.php?f=16&t=88&p=369#p369

Hier gehts weiter:

http://www.die-feldbahnsinnigen.de/forum/viewtopic.php?f=13&t=94

http://www.die-feldbahnsinnigen.de/forum/viewtopic.php?f=13&t=123

BW Hilbersdorf FBSM

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Zuletzt geändert von BW Hilbersdorf am Mi 23. Dez 2009, 17:17, insgesamt 6-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Techniken der Alterung; Einführung
BeitragVerfasst: Do 10. Dez 2009, 20:09 
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Moin,
also nach dem keiner hier was schreibt, mache ich mal den Anfang und ziehe meinen virtuellen Hut vor der Arbeit. Da möchte ich gerne mehr sehen.
Etwas OT: Bei dem als zweites zu sehendem Landser (oder sollte ich aufgrund der Haarfarbe Landsturmmann sagen?) stört mich der Pickel auf der nach selbigem benannten Haube, die Dinger sind doch schon Ende 1914 runtergekommen. Und dazu trägt er Handgranaten und Gasmaske* in einer Landschaft, die schon vom Stellungskrieg gezeichnet scheint?
MfG Christoph FBS
*1914 dachte noch kein Mensch an Gaskrieg und Handgranaten, das kam erst später

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 Betreff des Beitrags: Re: Techniken der Alterung; Einführung
BeitragVerfasst: Fr 11. Dez 2009, 12:58 
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Gleisbauer hat geschrieben:
Moin,
also nach dem keiner hier was schreibt, mache ich mal den Anfang und ziehe meinen virtuellen Hut vor der Arbeit. Da möchte ich gerne mehr sehen.
Etwas OT: Bei dem als zweites zu sehendem Landser (oder sollte ich aufgrund der Haarfarbe Landsturmmann sagen?) stört mich der Pickel auf der nach selbigem benannten Haube, die Dinger sind doch schon Ende 1914 runtergekommen. Und dazu trägt er Handgranaten und Gasmaske* in einer Landschaft, die schon vom Stellungskrieg gezeichnet scheint?
MfG Christoph FBS
*1914 dachte noch kein Mensch an Gaskrieg und Handgranaten, das kam erst später



Hallo Christoph,
schön, daß es Dir gefällt. Zum Zeigen wäre viel vorhanden, paßt nur nicht zum Thema Feldbahn, weil Schmalspur, Regelspur usw.

Die Pickelhaube war bis 1916 auf dem Kopf, teilweise mit abgesägtem "Pickel", da der über den Schützengrabenrand ragte. Gedacht war sie gegen Säbelhiebe. Der wirkliche Stahlhelm, also gegen Splitter und Schützenmunition wurde Ende 1915 getestet und als Stahlhelm 16 1916 eingeführt. Da war Stellungskrieg schon Alltag. Chemische Einsätze führten die Franzosen schon 1914 durch, die Gasmaske (auch durch die eigene Entwicklung von eigenen Kampfstoffen), die logische Folge. Erste Modelle im dt. Heer gab es schon 1910/11, vor 1916, also vor Einführung des Stahlhelmes schon Flächendeckend. Und die Stielhandgranate war Usus, gerade im Stellungskrieg. Die sogenannten Grabenkämpfer trugen vor der Brust bis 15 Handgranaten, dazu gibts Bilder, die Figur dazu habe ich, allerdings noch ungebaut.
Die Figur ist also keine Erfindung von Modelleuren ohne Fachkenntnis, was mir aber in diesem Fall auch egal wäre. Einige Bildchen gibts noch (diese Dioramen sind mittlerweile alle fertg, Figuren etc.,und unter Glas, alles 1:35):

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Ach so, bis auf das Diorama mit dem Pantherturm und alle Fahrzeuge, sind alle Details wie Straßenpflaster, Gebäude, Zäune, Lampen, Auffahrrampe, Gemüse, Pflanzen usw. selbstgebaut.

Sieh mal hier:

viewtopic.php?f=13&t=80

BW Hilbersdorf FBSM

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