Die Feldbahnsinnigen

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 Betreff des Beitrags: Rost für Faule
BeitragVerfasst: Do 10. Dez 2009, 21:53 
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Hallo,
Feldbahnkipploren sind durch den harten Einsatz, oftmals magelnder oder keiner Pflege, mehr oder wenigr stark verrostet.
Um dieses im Modell darzustellen gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Experten auf diesem Gebiet unterziehen die Loren einer mehrtägigen Farbgebungstortur mit oftmals verblüffenden Ergebnissen.
Einen Nachteil hat der angemalte Rost, er ist nicht dreidimensional und somit nur unter günstigen Lichtverhältnissen optimal sichtbar. Für Standmodelle sicherlich ideal.
Bei fahrenden Modellen kann sich der gute Eindruck unter wechselnden Lichtverhältnissen schnell ins Gegenteil verkehren.
Das ist einer der Gründe, warum ich zum Altern von Kipploren InstantRust verwende.
Es ergibt sich, je nach Bearbeitung, eine mehr oder weniger starke strukturierte Oberfläche (3-D Effekt).
Dieser Effekt ist bei allen Lichtverhältnissen sichtbar und bei meinen Modellen auch fühlbar.
Es sieht nicht nur aus wie Rost, es fasst sich auch so an!
Ein weitere Vorteil bei der Verwendung von InstanRust ergibt sich aus der zusätzlichen Stabilität für das behandelte Modell.
Bei Karton-und Resinmodellen ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Hier erstmal eine Bezugsquelle für InstantRust

So, genug der Vorrede, suchen wir ein passendes Objekt, es kann das eigene Handy, das Auto vom Nachbarn oder wie in meinem Falle, ein Prototyp für eine 0,75m³ Mulde sein:
Bild
Mulde aus Karton, mit Weißmetallzurüstteilen und mittels Sekundenkleber schon etwas haltbar gemacht.

Als erstes wird die gesamte Mulde einmal mit verdünnten InstantRust eingestrichen.
Mischungsverhältnis ca 75% Eisengrundierung, 25% Wasser, alles gut verrühren.
Bild
Beim ersten Mal haftet die Grundierung noch nicht überall.
Das macht nichts, wir grundieren noch einmal.
Die Flasche mit der Eisengrundierung gut schütteln, bis die darin enthaltene Stahlkugel laut klappert.
Am besten immer nur soviel aus der Flasche entnehmen, wie man gerade braucht.

Jetzt wird das Objekt nochmals mit der Grundierung behandelt, aber diesmal auftupfen. Das ergibt schon im Ansatz die dreidimensional Oberfläche. Bei Grubenhunten, die noch im Einsatz sind, könnte man hier schon aufhören, doch dazu in einem andern Beitrag.
Bild
Jetzt kann man erkennen, das sich selbst ohne Oxydationsmittel schon ein leichter Rostschimmer gebildet hat.
Deshalb auch mein Hinweis, nur eine kleine Menge aus der Flasche zu entnehmen. Reste auf keinen Fall zurück schütten, da sich der Oxydationsprozess sonst in der Flasche fortsetzt und alles hart und unbrauchbar wird.

Bild
Eine Nahaufnahme der Oberfläche.

Je nachdem, wie stark der Rosteffekt ausfallen soll, erfolgt der nächste Schritt.
Man kann das Oxydationsmittel schon auftragen, bevor die Grundierung vollständig durchgetrocknet ist oder halt warten, bis alles trocken ist. Ich lege die Mulden für eine Weile auf einen mäßig warmen Heizkörper.
Bild
Bei der linken Mulde sind nur die Stellen eingestrichen, die später einen starken Rostbefall zeigen, die Rechte wurde komplett mit dem Oxydationsmittel eingestrichen.

Bild
Nach dem Trocknen sieht das dann so aus.

Bild
Innen das gleiche Bild.
In der linken Lore hat für längere Zeit Wasser gestanden. Dazu habe ich etwas Oxydationsmittel eingefüllt und die Mulde damit eine Weile stehen lassen.

Bild
Für die rechte Mulde geht es jetzt direkt zur weiteren Bearbeitung ( Wem es so gefällt, kann natürlich auch die Mulde so seinem Feldbahnbetrieb zur weiteren Nutzung überlassen 8-) )

Die linke Mulde erhält noch ein Bad mit dem Oxydationsmittel.

Fortsetzung im 2. Teil, Rost für Faule

MfG

Ronald

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"Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist!"

Karl Valentin


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 Betreff des Beitrags: Rost für Faule
BeitragVerfasst: Fr 11. Dez 2009, 16:43 
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Hallo Ronald,
ich habe mal die Diskussion eröffnet.

viewtopic.php?f=13&t=80

Dein BW Hilbersdorf FBSM

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Die gewachsene Struktur wuchs durch peinliche Ordnung!


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 Betreff des Beitrags: Re: Rost für Faule
BeitragVerfasst: Mo 14. Dez 2009, 14:27 
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Hallo,
hier geht es weiter.
Bild
Mittlerweile wurden beide Mulden komplett mit dem Oxydationsmittel eingestrichen.

Bild
Den Unterschied kann man jetzt schon erkennen.
Dadurch läßt sich der Grad der Verrostung bereits am Anfang etwas vorbestimmen.

Weiter geht es mit der rechten Mulde:
Bild
Mit einem alten Flachpinsel wird der lose Rost wieder abgestreift.

Bild
Man kann auch ein Reinigungsvlies benutzen. Den abgestreiften Rost kann man natürlich für eine weitere Verwendung aufbewahren.

Bild
Die blanken Stellen streiche ich mit einem weichen Bleistift ein um einen Metalleffekt zu erzeugen.

Bild
Mit dem Finger oder einem Pinsel wird der Grafitstaub verteilt.

Bild
Auch die Innenseite der Mulde und die Kanten nicht vergessen.

Bild
Hier noch eine Nahaufnahme der Oberfläche.

Fortsetzung folgt

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Karl Valentin


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 Betreff des Beitrags: Re: Rost für Faule
BeitragVerfasst: Mo 14. Dez 2009, 14:40 
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Fortsetzung mit der linken Mulde:

Bild
Hier habe ich den groben Rost erstmal dran gelassen.

Bild
Um die alte Farbe der Mulde durchschimmern zu lassen, werden die weniger mit Rost befallenen Stellen mit verschiedenen Buntstiften ( man kann auch Pulverfarben verwenden) eingestrichen

Bild
und anschließend wieder mit dem Finger oder einem Pinsel verrieben.
Dabei wird natürlich auch ein Teil des losen Rostes mit abgetragen.

Bild
An einigen Stellen soll auch die metallisch blanke Oberfläche zu sehen sein, deshalb kommt wieder der Bleistift zum Einsatz.

Bild
Nach dem Verreiben sieht es ungefähr so aus.

Bild
Hier eine Nahaufnahme.

Bild
Die Innenseite der Mulde soll etwas stärker verrostet sein, da die Mulde vielleicht längere Zeit nicht benutzt wurde und Wasser in der Mulde gestanden hat.

Bild
Hier nochmal beide Mulden im Vergleich

Im nächsten Teil geht es dem Lorenrahmen an den Rost.

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Karl Valentin


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 Betreff des Beitrags: Re: Rost für Faule
BeitragVerfasst: Mo 15. Mär 2010, 15:40 
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Hallo,
bei der Lorenverrostung hat sich auch wieder was getan:
Bild
Bild
Zum Vorher-Nachervergleich hier ein paar Bilder einer fast "jungfräulichen" 1,75m³ Lore.

Diese Lore wurde nach dem weiter oben beschriebenen Verfahren behandelt.
Zum Verrosten habe ich das Oxydationsmittel mit Farbpulver von Buntstiften gemischt und die Lore damit eingestrichen:
Bild
Bild
Nachdem Trocknen die Flächen mit einem trockenen Flachpinsel bearbeitet und alle losen Partikel entfernt.
Jetzt fehlt noch die Hervorhebung von metallisch blanken Stellen, sowie einige Ölflecke an den Achslagern und Puffern.

Weiter Bilder folgen demnächst.

MfG

Ronald

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 Betreff des Beitrags: Re: Rost für Faule
BeitragVerfasst: Mo 9. Mai 2011, 18:06 
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Hallo,
letzte Woche benötigte ich wieder mal eine Ladung InstantRust, also gleich hier:
http://www.architekturbedarf.de/ bestellt.
Dann beim ersten Öffnen stellte sich heraus, daß man da wohl die Rezeptur geändert hat.
Die Emulsion ist viel streichfähiger als vorher und haftet auch besser.
Als Testobjekt habe ich mir ein paar Aluprofile herausgesucht:
Bild
Die Oberfläche ist viel feiner strukturiert, allerdings dauert die Verrostung jetzt etwas länger.
Zum Testen der Haftung, habe ich die Rückseite meines Handys ohne jede Vorbehandlung mit der Emulsion dünn bestrichen, anschließend mit dem Oxydationsmittel den Rost herausgekitzelt:
Bild
Um den Unterschied zwischen der letztjährigen Packung und der Neuesten zu zeigen, habe ich hier eine letztes Jahr verrostete Resinmulde auf den Stahlträger gelegt:
Bild
Allerdings habe ich noch nicht probiert, ob man wieder den abblätternden Rost so einfach herstellen kann.

MfG

Ronald

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 Betreff des Beitrags: Re: Rost für Faule
BeitragVerfasst: Di 10. Mai 2011, 21:57 
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Registriert: Di 29. Mär 2011, 15:48
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Moin,

Instant Rost verstreicht sich eigentlich immer sehr gut. Wenn das Zeuchs länger im Laden (oder in der eigenen Werkstatt) gestanden hat, wird es zähflüssiger.

Sparschweine können es ja mal mit Zimt und Curry aus dem Gewürzregal versuchen:

Bild

Bild

Bei der obigen Gn15 Lore von Thomas A. Yorke habe ich es zwar nicht getan, aber mit Künstlerkreiden auf Ölbasis kann man weitere intensive Rostakzente setzen.

Bild

Eine ältere Gestaltungsstudie. Bei Modellen würde man heutzutage vermutlich Mutternnachbildungen verwenden. Nicht so Pickelnieten, wie damals das LGB-Spielzeug.

Viel Spaß

JZ / Otter 1


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 Betreff des Beitrags: Re: Rost für Faule
BeitragVerfasst: Sa 18. Jun 2011, 08:20 
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Registriert: Di 29. Mär 2011, 15:48
Beiträge: 2164
Moin,

auf neueren "Instant Iron Base Coat" Flaschen von modern options steht in der Tat "Neue & verbesserte Zusammensetzung für einen natürlicheren und besseren Rost-Effekt" Auf Acryl oder Metall hält es trotzdem nicht vernünftig, ohne eine geeignete Grundierung (Zink-Staub-Grau)

Als kleiner Tipp nebenei: Ich kaufe nie das dazugehörige Reaktionsmittel der Firma, sondern verwende Zinn-Patinier-Beizen aus dem heimischen Fachhandel, z.B. Fachgeschäften für Tiffany Technik.

Die einzig wahre Rostgeschichte ist natürlich auf den Seiten der Kreativmeile veröffentlicht:
http://www.lasergang-shop.de/kreativmeile/node/171

Viel Spaß

JZ / Otter 1


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 Betreff des Beitrags: Re: Rost für Faule
BeitragVerfasst: Di 16. Aug 2011, 15:46 
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Registriert: Di 24. Nov 2009, 00:18
Beiträge: 264
Hallo,
Ronald hat mir 2 Hunte im Originalrostkleid geschenkt. Die sehen viel phantastischer aus, als es in Ronalds Schritt für Schritt Anleitung bildlich vermittelt wird. Deshalb möchte ich die mal vorstellen. Ich habe nur die orangen Rostpartien (frischer Rost) mit der Trockenmaltechnik und Revell Braun (eigentlich reines Orange) nachgearbeitet, um dort das Nachdunkeln durch den fortschreitenden Rostprozeß zu unterbinden. Glänzende Stellen wurden mit Graphit erzeugt.

Bild

Bild

Die Gegenüberstellung mit meinen "gemalten" Rost zeigt die interessanten Gestaltungsmöglichkeiten, entweder durch Gebrauch der direkten Methode oder Vermischung beider.

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BW Hilbersdorf FBSM

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 Betreff des Beitrags: Re: Rost für Faule
BeitragVerfasst: Di 16. Aug 2011, 23:02 
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Registriert: Di 24. Nov 2009, 00:05
Beiträge: 1151
Wohnort: ehemaliger Müritzkreis
Hallo Beschenkter ;)

Die sehen wirklich super aus so.
Also ist in Zukunft die "Mischtechnik" angesagt :)

Aber die Griffe fehlen noch.
Ich hoffe, die kann man jetzt nachträglich noch ankleben .

Viele Grüße
Christoph

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aufräumen zerstört die natürlich gewachsene Struktur


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