Die Feldbahnsinnigen

Forum für Modellfeld-und Kleinbahnen
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 Betreff des Beitrags: 3D Druckerei
BeitragVerfasst: Do 24. Mai 2018, 18:20 
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Beiträge: 71
Hallo Garten-, Feld- & Waldbahner,

ich dachte mir das es unter Euch einpaar Neugierige oder gar Interessierte gibt die gern Näheres über den 3D Druck erfahren möchten, aber Keiner so richtig weiß wie er es anstellen soll eine Frage beantwortet zu bekommen. Daher dachte ich mal meinen größeren Drucker vorzustellen und das Thema gleich mit dem Umbaubericht zu bebildern.
Es handelt sich um den recht preiswerten Bausatz des Filamentdruckers Anet A8.

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Er ist der Rechte im Bild mit dem schwarzen Acrylrahmen. Und genau das ist auch der Grund warum ich diesen momentan umbaue. Ich habe einen möglichen Druckraum von 210x210 mm und 240 mm Höhe. Da bei mir die Druckqualität statt Geschwingigkeit Vorang hat, ist eine Druckauflösung von 0,1 mm Standart. Sollte es feiner zugehen und dieTeile nicht größer als 80x80 mm sind wird der kleinere Drucker in Anspruch genommen. Wenn man also im zehntel oder gar hundertstel Bereich drucken will, muß die Basis mindestens ebenso genau sein. Die Druckergebnisse mit dem Originaldrucker waren mal brauchbar und mal für die Tonne. Das ärgerlichste daran war der sich ständig verstellende Abstand der Druckdüse zum Heizbett. Acryl- Kunststoff als Maschinenrahmen eignet sich bei dieser Größe von Druckern auf Grund seiner starken Temperaturschwankungen nicht mehr. Daher habe ich mir einen neuen kompletten gelaserten Rahmen aus Stahl bestellt.

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Die Teile sind im Rohzustand sehr paßgenau nur leider auch sehr scharfkantig. Also gilt es bei jedem Bauteil jede Kante und Bohrung händig zu entgraten. Zum Teil half neben der Feile auch der Teller- und Exzenterschleifer mit.

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Um auf Nummer sicher zu gehen wollte ich den Rahmen verschrauben und verkleben. Ich mußte aber feststellen, daß bei dem Stahlrahmen zweieinhalb mal soviel Schrauben und auch Verzapfungen mehr vorhanden sind, daß ich das kleben weggelassen habe. Da zuckt sich nichts mehr.

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Es wurde empfohlen den Rahmen zu lackieren. Also nicht wie raus ins Freie und das schöne Wetter ausgenutzt zum grundieren. Ich mußte aber feststellen daß nicht genug Farbe im Hause war. Dann fix zu Norma`s Grabbeltisch und die einzige Farbe mitgenommen die da war – Bremssattel Rot. Sie soll auch sehr Hitze beständig sein. Sollte mir mal der Drucker abrauchen bleibt mir wenigstens die schöne rote Farbe erhalten.

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Einige Zubehörteile sowie schon vorher hergestellte Druckteile sind Felgensilber lackiert.

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Obwohl Alles noch nicht richtig durchgetrocknet war juckte es in den Fingern und ich mußte was zusammenbauen. Den Displayhalter mit dem Filamenthalter.

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Weiter ging es mit der Y-Achse in Form von dem Heizbetthalter.

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Es werden die vorher gedruckten Eckhalter für die Wechseldruckplatte testweise eingebaut. Die Heizplatte ist von mir mit Korkmaterial und Sanitärsilikon aus dem Baumarkt von unten isliert wurden. Sie soll ja das Druckteil oberhalb erwärmen und nicht nach unten die Umgebung. Dafür habe ich einen Ofen in der Wohnung.

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Auch schon vorbereitet war ein Käfig für die Steuerplatine und Verkabelung.

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In der Zwischenzeit sind die Schrittmotoren mit Trapetzspindeln als Z-Achse und die X-Achse in Form einer Druckbrücke eingebaut. Auf der Druckbrücke läuft der Extruder mit der Druckdüse von links nach recht immer hin und her.

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Auch mit der Verkabelung habe ich schon mal angefangen.

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Jetzt gibt es erst einmal Kaffee und dann sehen wir weiter. Sollte es Fragen geben - kein Problem, ich versuche sie nach meinem Kenntnisstand zu beantworten.

Bis dahin Gruß Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: 3D Druckerei
BeitragVerfasst: So 27. Mai 2018, 07:44 
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Registriert: Do 28. Jun 2012, 18:55
Beiträge: 71
Hallo Garten-, Feld- & Waldbahner,
gestern hatte ich am Drucker erst weiter gebaut und die Verkabelung vervollständigt.

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Und siehe da er atmet Elektronen.

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Nun mußte ich nur noch meinen Extrutermotor kontrollieren, da er bei seinem letzten Druck nicht immer das Filament gefördert hatte. Nach Abnahme des Lüfters sah ich schon das Maleur. Er hatte sich vom Drucker zum Schredder gewandelt.

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Das Förderrohr mit Heizelement und Druckdüse ausgebaut. Nach dem zerlegen fand ich dann auch den Grund. Das weise PTFE-Röhrchen (Teflon) welches im Förderrohr eingeschoben ist dient als Gleitschutz für das Filament um es bis zur Messingdruckdüse in Form zu halten. Erst auf den letzten 5 Millimetern wird das Filament auf 250°C erwärmt bevor es aus der Düse vom nachschiebenden Filamentdraht gedrückt wird. In Laufe von mehreren Druckvorgängen verschleißt auch das Teflonrohr und verweigert irgendwann das durchgleiten des Filamentes. Dann wird nur noch geschreddert.

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Ich hab mal die unteren 4 mm vom Teflonrohr abgeschnitten und es gespalten. Da ist dann der Übeltäter als verklebter Filamentpfropfen auch zu sehen.

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Ein neues Teflonröhrchen eingesetzt und rückwärts mit dem Zusammenbau begonnen.

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Beim anziehen der Kontermutter muß ich einen Gefühlsverlußt erlitten haben. Wo rohe Kräfte sinnlos walten...

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So ein Förderrohr war nicht in meiner Ersatzteilkiste und ich mußte ein neues bestellen. Wenn der chinesische Bote bei mir an der Haustür klingelt und mich aufs Neue beglückt geht es mit dem Zusammenbau weiter.

Bis dahin Gruß Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: 3D Druckerei
BeitragVerfasst: Mi 20. Jun 2018, 14:34 
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Registriert: Do 28. Jun 2012, 18:55
Beiträge: 71
Hallo Garten-, Feld- & Waldbahner,
am vergangenen Wochenende waren die Ersatzteile aus China bei mir eingetroffen. Durch eine grobe Unachtsamkeit von mir ist mein schon verbauter Filamenthalter zu Bruch gegangen. Es mußte also ein Neuer her.

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Für alle Diejenigen die noch keine Vorstellung haben wie ein Druckteil entsteht, habe ich diese mißliche Situation für eine lose Bildabfolge des Druckvorganges genutzt. Nachdem das Druckbett einnivelliert wurde kommt als erstes mein ABS-Zement, in Aceton aufgelöstes ABS in Sahnekonsistenz, auf meine Wechseldruckplatte.

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Und dann geht es auch schon los, die einzelnen Druckteile in einer Schichtauflösung von 0,3 mm Höhe. Das ist die gröbste Druckauflösung die ich mit meiner 0,4 mm Düse drucken kann. Laßt euch nicht von der Aufnahme der Digitalkamera täuschen. Die Oberfläche ist homogen und fühlbar glatt.

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Es ist für einen Würstchenleger nicht ökonomisch sinnvoll alle Druckteile mit 100% Füllung zu drucken. Daher habe ich eine Wandungsstärke von 1,5 mm und einen Füllgrad von 40% festgelegt. Ist dann die Decke erreicht werden die letzten 1,5 mm wieder zu 100% weiter gedruckt. Hier ist die erste Lage von der Schließung der inneren Gitterstruktur und dann den nächst folgenden zu sehen.

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Weiter geht es mit losen Druckabschnitten des Führungsarmes.

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Schließlich kommt zusammen was zusammen gehört.

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Schlußendlich der Ring für die Filamentführung.

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Übrig bleibt der einlagige Skirt, der in einer vorher festgelegten Entfernung zum Druckteil und Anzahl von Runden zur in Fluß kommen des Filamentes aus der Düse dient. Ich schmeiße ihn immer in mein ABS-Zement-Glas.

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Die Druckteile die mit Aceton zusammen geklebt werden.

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Und alles ist wieder gut.

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Noch einpaar Abrollkegel für die Filamentrollen.

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So zum Schluß noch etwas richtiges drucken, nähmlich einen Fahrwerksrahmen einer Diema DL 6.

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An den Druckereinstellungen muß noch einwenig nachgestellt werden, aber der Rahmen ist stabil und mit einwenig Nacharbeit einsatzfähig. Jedes Filament und auch von den unterschiedlichen Herstellern verhält sich beim drucken anders. Der Vorteil dieser "globalisierten Geschäftswelt" ist, daß Industriestandarts unterwandert oder gar abgeschafft werden und nur noch der blacke Profit zählt.
Fazit für mich: der Umbaut hat sich gelohnt.

Bis dahin Gruß Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: 3D Druckerei
BeitragVerfasst: Mi 20. Jun 2018, 16:38 
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Registriert: Do 28. Jun 2012, 18:55
Beiträge: 71
Hallo Garten-, Feld- und Waldbahner,
im Anschluß zum Bericht meines Anet A8 noch eine weitere Schandtat in Sachen Druckerumbau von mir. Es handelt sich um den Fabrikator Mini den es mal bei Hobbyking für 160,- Euronen zu kaufen gab und mein erster Drucker war. Das Nachfolgemodell heißt Fabrikator Mini II. Die ehemalige Herstellerfirma ist in der Zwischenzeit pleite und ich bezog meinen als Gebrauchten. Einpaar Bilder im Kaufzustand.

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Diese Art des zusammenfrickelns ist nicht nach meinem Geschmack. Auch wußte ich vorher nichts von den Angebotsbilder über seinen damaligen Zustand. Da die ersten Übungen und Druckversuche vielversprechend waren und ich mittlerweile Blut geleckt hatte, wagte ich meinen ersten Druckerumbau. Als erstes wurde ein neuer Filamenthalter gebaut, der Drucker von den ganzen Klimbim erlöst und die zwei vorderen Stützpfeiler herausgesägt um besser an die Druckplatte zu kommen. Dieser Vorgang geschah erst, nach dem ich gewisse Stellen am Rahmen zusätzlich zu den Verschraubungen verklebt hatte.

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Mein neuer Filamenhalter kann auf dem Tisch stehen oder am Druckerrahmen angehangen werden.

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Da der eigentliche Drucker sehr klein und leicht ist, erwuchs der Gedanke den Winzling gut verpackt zum vorführen mit auf Ausstellungen zu nehmen. Los ging es mit einem ordentlichen Grundgestell an dem der Lüfter, der Drucker und das Bedienpanel befestigt werden kann.



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Nachdem alles soweit paßte war da ja noch die Stromversorgung. Warum sollte sie nicht auch ihren Platz im Grundgestell finden.

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Das hatte schon mal Hand und Fuß und zwei Hände reichten aus um den kompletten Drucker von A nach B zu schaffen. Es fehlte bloß noch der dazu gehörige Transportkasten für den Drucker und was man sonst noch so braucht. Auch eine LED Beleuchtung soll er bekommen.
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Und das war es auch schon. In dem Transportkasten sind alle Utensilien verstaut und der Drucker kann ohne Um- oder Nachrüstung einsatzfähig entnommen werden. Die Kiste dient außerdem noch als Podest um ihn bei Ausstellungen besser sehen zu können. Diesen Drucker nehme ich ausschließlich für kleine Sachen die extrem gut aussehen sollen, sprich er druckt zu meiner vollsten Zufriedenheit.

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Ich hoffe euch einwenig die Hemmungen bezüglich des 3D druckens genommen zu haben und der Eine oder Andere faßt Mut es auch einmal selbst zu wagen. Sollte noch etwas im unklaren liegen, stellt einfach Fragen.

Bis dahin Gruß Thomas


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