Die Feldbahnsinnigen

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 Betreff des Beitrags: modivizierte Bandsäge
BeitragVerfasst: Mi 22. Mär 2017, 11:50 
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Registriert: Do 28. Jun 2012, 18:55
Beiträge: 46
Hallo Garten-, Feld- & Waldbahner,
kleine Aufgaben und Baustellen benötigen auch kleine Werkzeuge. Wenn jemand sich entschließt Elektrowerkzeuge anzuschaffen gibt es zwei Hauptkriterien:
zum 1. die Größe der Maschine wegen der meist beengten Platzverhältnisse und zum 2. der Preis. Dafür gibt es im Handel auch Angebote, wenn auch nicht reichlich aber man wird fündig. Wenn jemand glaubt nur über den Preis die Quallität zu erkaufen glaubt er wahrscheinlich auch an den Weihnachtsmann. Es gibt für diese Gruppe von Maschinen nur einen Hersteller in einem uns bekannten Land der für die angeblichen Werkzeughersteller produziert, nur mit einem jeweils anderen Aufdruck und in einer jeweils anderen Farbe. Angeboten wird es dann zu einem jeweilig anderen Preis. Auch ich hatte mir so eine preiswerte Maschine gekauft und die Freude darüber werte nicht lange. Der Originaltisch hatte keine glatte Oberfläche, Anschlagwinkel war nicht zu gebrauchen, das mit gelieferte Sägeband war nach sehr wenigen Schnitten stumpf, es gibt für alle Materialien nur eine Bandgeschwindigkeit, die beworbene Schnittleistung der Maschine grenzte schon an Selbstüberschätzung u.s.w. Nun war der Kauf auch schon einpaar Monde her und ich hoffte noch immer "Das wird schon", weit gefehlt. Die Säge als Elektronikschrott herum stehen zu lassen war mir zu kostspielig und sie nahm mir auch nur Platz weg. Da half nur eins , schauen was aus der Rennsemmel gemacht werden kann. Hier nun mein Umbau in Bildern.
Die Maschine im Kaufzustand.

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Versuche die Tischoberfläche zu glätten sind kläglich gescheitert.

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Also wurde aus 30 mm starken Sperrholz ein neuer Tisch geschnitten.

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Die originale Tischhalterung mit der Winkeleinstellung wurde wieder verwendet.

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Ein Druckkugellager an der oberen und unteren Führung waren vorhanden, nur die seitliche Führung sahr mieserabel aus. Dadurch schwenkt das Blatt unkontroliert nach rechts oder links und ein Geradeausschnit am Anschlag ist völlig unmöglich. Die kleinen Führungsstifte rechts und links vom Blatt sahen aus wie mit der Hackmaschine abgeschnitten und so waren sie auch verbaut. Ich habe sie in der Drehmaschine plan gedreht und jetzt liegen sie sauber am Sägeblatt an und können es auch führen.

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Die Schrauben für die Tischhalterung.

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Möchte man Winkelschnitte mit der Maschine machen, ist dies auch anders zu lösen als den Tisch zu schwenken. Der originalen Winkeleinstellung sollte man nicht trauen. Den genauen rechten Winkel stelle ich mit meinem 0,5° genauen Winkelmesser ein und so wird der Tisch fest gemacht. Mir ist es wichtiger einen kleinstmöglichen Sägespalt zu haben um Ausrisse nach unten extrem zu minimieren. Der Winkelmesser eignet sich auch hervoragend zum einstellen der dünnen Dekupiersägesägeblätter.

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Für Zusatzanschläge wird eine paralelle Nut mit der Oberfräse in den Tisch eingelassen. Die Quernut war ein Versuch der sich als nicht praktikabel erwies.

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Eine Rambamutter für den neuen Paralellanschlag vorn und hinten.

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Man kann auf der Maschine frei Hand schneiden aber auch einige Hilfsanschläge sich einfach selber bauen. Als erstes braucht man eine spielfrei Feder für die gefräste Nut, am besten gleich mehrere aus einer langen schneiden. Die Muttern dienen wärend der Verleimung als Distanz zum Tisch.

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Um Leisten für einen 90° Winkel genau auf 45° zuschneiden geht das am besten mit einem Schiebeschlitten.

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Für Leisten oder Brettchen im 90° Winkel ist ein weiterer Schiebeschlitten nötig.

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Für Teile mit einem x-beliebigen Winkel brauche ich einen Schiebeschlitten wie den vorherigen, nur mit einem beweglichen Anschlag. Er kann eingestellt werden von 0°(90°) bis 65°. Und damit habe ich die Neigung meines Tisches für Winkelschnitte nicht mehr nötig. Der bewegliche Schenkel bekam von mir noch eine verschiebbaren Anschlag für Serienschnitte. Der gewünschten Winkel läßt sich auch wieder mit meinem Winkelmesser genau einstellen.

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Anzumerken wäre noch die Schiebeschlitten rund 10 mm länger zu lassen, um sie nach dem aushärten vom Kleber sauber mit dem Sägeband zu besäumen. Dadurch entstehen beim schneiden so gut wie keine Aussrisse nach unten. Der Tisch sowie die gebauten Schiebeschlitten wurden zum Schluß zum schutz der Oberfläche mit Walnußöl eingerieben. Dadurch gleitet das Sägegut und auch die Schlitten viel leichter.

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Sägeversuche aus Nadelholz schmale Streifen zu schneiden.

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Weitere Schnittversuche am Paralellanschlag aus harten Holz (Eibe, Eiche, Essigbaum) 3mm starke Furnierbrettchen zu schneiden.

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Ein Schlitz in einem 2,5 mm starken Sperrholzbrettchen einer Schiebetür für meine Waldbahnwagen. Der Sägeschlitz ist 0,7 mm breit und absolut paralell und ausrissfrei.

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so wie Zuschnitte für eine Salzlore aus Holz

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Sollte sich niemand so einen Umbau zutrauen, kann er sich auch an mich wenden.
Auch wer wissen möchte woher er preiswerte und sehr gute Sägebänder beziehen kann.
Bis dahin Gruß Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: modivizierte Bandsäge
BeitragVerfasst: Mi 22. Mär 2017, 12:08 
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Registriert: Do 28. Jun 2012, 18:55
Beiträge: 46
Nachtrag:

Da dieser Beitrag noch an Ort und Stelle ist, gehe ich davon aus ihn richtig eingestellt zu haben. Die Bandsäge halte ich bei uns Bastlern für sinnvoller als eine Kreissäge, weil sie mit den unterschiedlichsten Hilfsmitteln vielseitiger ist - wenn sie denn funktioniert. Daher als Erweiterung noch einpaar Hinweise zum richtigen einlegen von Sägebändern. Was einige vieleicht unbewußt nicht wissen ist, daß das Sägeband so auf die Umlaufrollen gespannt werden muß das die Sägezähne gerade so im Freien hängen sollten. Der Grund ist einfach – würden die Sägezähne permanent auf dem Gummi mitgenommen geht auf der Innenseite des Bandes bei einem längeren Gebrauch die Schränkung immer mehr verloren und drehen kann man das Band nicht. Dann würden die Sägezähne nach oben zeigen. Die Folge ist, auch wenn man sich die größte Mühe gibt, die Sägeschnitte immer mehr nach rechts verlaufen werden und dann ist wieder Frust angesagt. Erreichen tut man das in dem das Sägeband auf die Laufrollen gespannt wird. Danach wird mit den Fingern das obere Laufrad gedreht und die Stellschraube zur Neigung des oberen Faufrades langsam so gestellt bis die Sägezähne im Freien laufen. Zum Schluß werden die oberen und unteren Druckkugellager an den Bandrücken herangefürt, damit die Zähne beim sägen nicht wieder auf den Gummi gedrückt werden. Diese Einstellung ändert sich natürlich beim Einsatz eines Schweifbandes, schmal für Kurvenschnitte, sowie bei einem Spaltband, breiter für gute Geradeausschnitte, und auch bei einem Bandwechsel.
Ich hoffe geholfen zu haben.

Bis dahin Gruß Thomas


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