Die Feldbahnsinnigen

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 Betreff des Beitrags: Waldmoos konservieren
BeitragVerfasst: Mi 25. Mai 2011, 22:09 
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Registriert: So 12. Dez 2010, 15:30
Beiträge: 189
Für meine Waldgestaltung find ich ja die Kombination verschiedener Moosarten klasse

Bild

Allerdings ist das nur mal lose zusmmengestellt um die Optik auszuprobieren. Bevor ich das richtig befestige will das Moos aber konservieren.

Ich hab längere Zeit gegoogelt und ok, Glyzerin wir da meistens empfohlen. Allerdings gibt's da Mischungsvorschläge mit Wasser von 1:1 bis 1:10, Mal zusammen mit Spiritus, mal mit Aceton oder anderen Zusatzmitteln, 1 paar Stunden einlegen bis ein paar Wochen, Mit Aufkochen oder ohne, oder auch nur mit der Mixtur besprühen. :?:

Hat denn einer von euch da vielleicht Langzeiterfahrungen? Mir kommt's halt auf den Erhalt der natürlichen Farben an.

Gruß

Jürgen


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 Betreff des Beitrags: Re: Waldmoos konservieren
BeitragVerfasst: Do 26. Mai 2011, 12:32 
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Registriert: Sa 14. Aug 2010, 11:30
Beiträge: 401
Hallo Jürgen.

Das mit der Konservierung ist schon eine uralte Geschichte. Ich habe schon zu DDR-Zeiten damit Versuche gemacht.
Schon damals waren warscheinlich tausend Rezepte im Umlauf. Richtig glücklich bin ich damals schon nicht geworden.
Aufwendiges Prozedere und das Ergebnis befriedigte mich auch nicht. Entweder das Moos und die Rentierflechte wurde spröde oder es verlor nach ein paar Monaten doch die Farbe.
Die "Industrie" gibt leider Ihre Geheimnisse nicht preis, so bin ich nun wieder bei konservierten Moosen aus dem Bastlerbedarf gelandet. Die halten ihre Farben und trocknen auch nicht aus. Wenn man aufmerksam in den unterschiedlichen Läden sucht, findet man auch verschiedene Farben. So gestalte ich dauerhaft meine Oberflächen und setze auch nebenbei ein paar Stücke frisches Moos ein, welches bei Bedarf dann mal erneuert wird.
Deine Waldbahnstrecke sieht übrigens super aus. Auch der "Hintergrundwald" ist der Hammer!!!!!!! Passt alles sehr gut zusammen. Mit deiner Erlaubnis würde ich das gern als Anregung für die geplante Erweiterung meiner Anlage nehmen.
Mach weiter so......
Gruss: bahnhans


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 Betreff des Beitrags: Re: Waldmoos konservieren
BeitragVerfasst: Do 26. Mai 2011, 21:47 
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Registriert: So 13. Feb 2011, 00:00
Beiträge: 20
Hallo Jürgen,

meine Erfahrungen aus den 60gern habe ich erst in der jüngeren Vergangeheit aufgefrischt (siehe mein 600mm Feldbahn-Modul).

Also nach meiner Erfahrung kommt es nicht so sehr auf das Mischungsverhältnis Wasser:Glyzerin an. Ich mische so um die 4:1 ... 6:1 (mit dem dicken Daumen gemessen). Das Grünzeug (Moose, Brennessel-Blüten, etc.) lege ich dann etwa 2 ... 3 Tage ein, danach ist intensives trocknen angesagt. Wenn alles gut durchgetrocknet ist, beginnt so nach 4-6 Wochen wie von Geisterhand die Entfärbung. Grün wird ersetzt durch beige... braun. Ich greife dann, egal ob das "Braun-Zeug" schon verbaut ist oder noch lose auf dem Tisch liegt, zum Spritzgriffel und färbe in Grüntönen (oder andere Farben, wie z.B. im Herbst!!!!) kräftig nach. Bei Verwendung von Acylfarben (z.b. Gunze) bleiben die Pflanzenteile weiterhin elastisch. Die Art und Weise ist zwar aufwendiger, als gefärbtes Material zu kaufen, aber die Pflanzen sind individuell gefärbt/schattiert, fast wie bei Mutter Natur.

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Modellbahnspaß aus dem Schnäppchen-Paradis auf http://www.modellbahn-doebler.de

... mit Gruß aus dem hessischen Kinzigtal (MKK)

Wolfgang


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 Betreff des Beitrags: Re: Waldmoos konservieren
BeitragVerfasst: Sa 28. Mai 2011, 08:59 
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Registriert: So 12. Dez 2010, 15:30
Beiträge: 189
Hi,

vielen Dank für eure Erfahrungsberichte :!: :!:. Das hilft mir sehr weiter. Dann kann ich mir den Aufwand sparen, da es mir nur um den Farberhalt geht. Ich verarbeite das Material dann lieber so wie's is, gut getrocknet.

Zum Teil lag das Material auf dem Bild schon länger als ein Jahr in meiner Sammenlkiste und ist immer noch grün, ist halt nur sehr gut trocken. Vielleicht reicht das ja schon, mal sehen, ich laß es beim ersten Modul einfach drauf ankommen und schau mal wie's sich entwickelt.

Gruß

Jürgen


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 Betreff des Beitrags: Re: Waldmoos konservieren
BeitragVerfasst: Mi 1. Jun 2011, 07:26 
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Registriert: So 30. Mai 2010, 11:34
Beiträge: 204
Wohnort: Da wo der "Molli" dampft
Moin,

wirklich ein Dauerthema. Moose und Flechten die ich aus der Natur entnehme, enthalten Chlorophyll. Dies ist der grüne Blattfarbstoff, welcher die Photosynthese durchführt und für uns tierische Organismen den Sauerstoff produziert. Erhält die die Pflanze nun keine Feuchtigkeit mehr, so stirbt dieser Farbstoff ab. Im Herbst werden die Blätter erst rot (Karotin oder Xanthophyll als Farbstoff) und dann braun. Wenn ich also meine Moose und Flechten farbig haben möchte, muß ich diesen natürlichen Farbstoff ersetzen. Dies geht gut mit Tischlerholzbeize. Diese gibt es in unterschiedlichen Farben. Ich habe gelb, grün und braun (Eiche hell) verwendet. In einem Glas werden die Pflanzen mit der verdünnten Beize ( 1 Teil Beize 3 Teile Wasser) kräftig imprägniert. Je nachdem wie das Aufnahmevermögen der Pflanzen ist, kann die Einwirkzeit unterschiedlich sein. Für Rentierflechten (Cladonia-Arten) reicht ca. 20 Stunden. Bei den anderen Arten muß experimentiert werden. Die Pflanzen abtropfen lassen und danach gut trocknen. Dann in das Glyzerin (Glycol) Gemisch und wieder trocknen.
So halten zumindest die Flechten auf meiner alten H0e-Anlage schon 20 Jahre ihre Farbe. Mit der Zeit bleiben sie aber nicht mehr so elastisch.

Bild

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Michael

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 Betreff des Beitrags: Re: Waldmoos konservieren
BeitragVerfasst: Mi 1. Jun 2011, 09:00 
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Registriert: So 13. Feb 2011, 00:00
Beiträge: 20
Moin Michael,

ich arbeite so viel mit Holzbeize, doch die Deko-Pflanzenteile in farbigen Beizen zu baden - daran habe ich nicht gedacht. Ja, manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht!!!!

Danke für den Tipp.

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Wolfgang


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 Betreff des Beitrags: Re: Waldmoos konservieren
BeitragVerfasst: Fr 3. Jun 2011, 08:45 
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Registriert: Di 29. Mär 2011, 15:48
Beiträge: 2119
Moin,

während meiner Arbeit im Museum für Frühgeschichte / Berlin (in einem völlig anderen Leben) haben wir Moose und Gräser in einer 93 % Glycerin Lösung aufgekocht, um sie dauerhaft haltbar zu machen. Sie fühlten sich nach dem Trocknen leicht fettig und elastisch an. Die Original Grün- und Brauntöne halten dort seit über 30 Jahren

Der rote Farbstoff in Vogelbeeren, die wie Modell-Tomaten oder -Äpfel aussehen, wird dabei leider braun. Vielleicht versuche ich (im Herbst) es mal mit Spiritus Beizen. Gegen Austrocknen wird das vermutlich nix nutzen.

Hölzerne Bodenfunde, z.B. Brunnenauskleidungen oder Boote, haben wir in Paraffin eingelegt, um das Holz dauerhaft zu konservieren. allerdings liegt das Material 1 - 3 Jahren im Bad, was für Modellbauer vielleicht etwas lange wäre.

Viel Spaß

JZ / Otter 1


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