Die Feldbahnsinnigen

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 Betreff des Beitrags: Kaisermanöver Ilmenau 2013
BeitragVerfasst: So 18. Aug 2013, 22:05 
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Moin,
bereits länger geplant habe ich am diesjährigen Kaisermanöver in Ilmenau teilgenommen, dabei konnte ich auch ein paar wenige Fotos schießen:

Bild
T. Köhlers Förderbahnwagen vor dem Hintergrund des Feldlagers

Bild
letzte Besprechung mit dem Herrn Hauptmann vor der Abfahrt

Bild

Bild

Fotohalt mit dem Artillerietransport- lieber in Farbe oder Sepia?


Ein kurzer Film:
http://www.youtube.com/watch?v=EdHSgjSJ ... wQr_3DZ2hw" onclick="window.open(this.href);return false;

MfG Christoph FBSM

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 Betreff des Beitrags: Re: Kaisermanöver Ilmenau 2013
BeitragVerfasst: Mo 19. Aug 2013, 17:18 
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Moin,

ich weiß nie so genau, was ich von solchen Militärveranstaltungen halten soll. Ist das eine Form von Karneval oder schon Kriegsverherrlichung?

Mir fallen bei Uniformen und Kriegsgerät jedenfalls immer Massengräber und Millionen von Toten und Verkrüppelten ein. http://www.youtube.com/watch?v=sYnxLSwQSeI&feature=related Damit möchte ich möglichst nichts zu tun haben.

Solche Benzolloks gab es übrigens nach dem 1. WK auf 500mm Spur in der Merk´schen Chemiefabrik in Damstadt. Möglicherweise sogar Altlasten von der Heeresfeldbahn.

Viel Spaß

JZ / Otter 1


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 Betreff des Beitrags: Re: Kaisermanöver Ilmenau 2013
BeitragVerfasst: Mo 19. Aug 2013, 17:31 
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Moin,
ich würde da den lebendigen Geschichtsuntericht nicht vergessen- schließlich hilft das Verstehen der alten Lehrbücher von vor dem Krieg zu verstehen, wie man im Zeitalter moderner Artillerie, Maschinengewehre und Repetiergewehre noch zu Massenangriffen mit den entsprechenden Verlusten antreten konnte (es war dabei sehr hilfreich den Unterschied zwischen Zündnadelgewehr und dem Gewehr 98 in Bezug auf Feuergeschwindigkeit live erleben zu dürfen- und die Dinger liegen knapp 40 Jahre auseinander).
Man muß einfach feststellen, daß die Taktikentwicklung nicht mit dem technischem Fortschritt einher ging- mit den entsprechenden Konsequenzen-
Das Lernen war dann ein sehr schmerzhafter Prozess...

Im übrigen wurde ein Manöver dargestellt- kein Krieg (das wird dann ab dem nächsten Jahr bei verschiedenen unserer Nachbarn ringsum verstärkt stattfinden...).

MfG Christoph FBSM

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 Betreff des Beitrags: Re: Kaisermanöver Ilmenau 2013
BeitragVerfasst: Mi 21. Aug 2013, 11:06 
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Moin,

Zitat:
...es war dabei sehr hilfreich den Unterschied zwischen Zündnadelgewehr und dem Gewehr 98 in Bezug auf Feuergeschwindigkeit live erleben zu dürfen- ....



Als Be- oder Getroffener wäre es mir vermutlich gleichgültig, ob ich ein ein Geschoß aus einem Zündnadelgewehr oder von einer Randfeuerpatrone ins Hirn kriegen würde.

Der "Lebendige Geschichtsunterricht" dürfte meiner Meinung nach eher zweifelhaft sein. Bei mir kommt das als Kriegs-Verherrlichung oder Verharmlosung an.

Wenn man zeitgenössischen Berichten glauben schenken darf, waren bei diesen Kaisermanövern immer ziemliche Gurkentruppen unterwegs. Das scheint allerdings bei den Reinactments ähnlich zu sein.

Viel Spaß

JZ / Otter 1


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 Betreff des Beitrags: Re: Kaisermanöver Ilmenau 2013
BeitragVerfasst: Mi 21. Aug 2013, 15:48 
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Moin,
Otter_1 hat geschrieben:
Als Be- oder Getroffener wäre es mir vermutlich gleichgültig, ob ich ein ein Geschoß aus einem Zündnadelgewehr oder von einer Randfeuerpatrone ins Hirn kriegen würde.

Ich glaube das wäre mir auch ziemlich egal, aber es ist schon ein Unterschied ob der Gegner in der Minute 10- 20 Schuß oder 5 auf mich abfeuern kann...

Otter_1 hat geschrieben:
Bei mir kommt das als Kriegs-Verherrlichung oder Verharmlosung an.

Dazu zähle ich persönlich aber auch eine Kampfzwergeheimwehr auf Patroullienfahrt auf der Gartenbahn.

Otter_1 hat geschrieben:
Wenn man zeitgenössischen Berichten glauben schenken darf, waren bei diesen Kaisermanövern immer ziemliche Gurkentruppen unterwegs. Das scheint allerdings bei den Reanactments ähnlich zu sein.

Da hast Du nicht ganz unrecht (mir war das ganze Feldgrau mit nem EK von 1914 auch suspekt...).

MfG Christoph FBSM

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 Betreff des Beitrags: Re: Kaisermanöver Ilmenau 2013
BeitragVerfasst: Do 22. Aug 2013, 09:15 
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Registriert: Di 29. Mär 2011, 15:48
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Moin,

Zitat:
aber es ist schon ein Unterschied ob der Gegner in der Minute 10- 20 Schuß oder 5 auf mich abfeuern kann...


Die Munitionshersteller machen damit natürlich wesentlich mehr Reibach. Die Trefferquote soll aber nicht besonders hoch sein, da Soldaten unter Stress nicht gerade zum Zielen neigen. Scharfschützen die vorwiegend die Offiziere aufs Korn genommen haben, sollen auch schon zu Kaisers Zeiten wesentlich effektiver gewesen sein.

Zitat:
....zähle ich persönlich aber auch eine Kampfzwergeheimwehr auf Patroullienfahrt auf der Gartenbahn.



Nach meinen Erfahrungen kommt das beim Betrachter eher als Parodie an. Bei Hardlinern grenzt das schon an Verunglimpfung und Wehrkraftzersetzung.

Bitte gibt die Termine für das nächste Kaisermanöver rechtzeitig bekannt. Vielleicht schaue ich mir das mal selber an und lache direkt.

Viel Spaß

JZ / Otter 1


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 Betreff des Beitrags: Re: Kaisermanöver Ilmenau 2013
BeitragVerfasst: Do 22. Aug 2013, 16:07 
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Moin,
also ob die Zwerge ne Parodie oder Verherrlichung oder ne Verunglimpfung sind kommt wahrscheinlich wirklich auf den Standpunkt an. Ich habe auch kein Problem damit, wenn die auf dem Zug fahren.
Jedenfalls habe ich mir auch meine Gedanken gemacht und auch das eine oder andere Buch zu dem Thema (gerade WK 1) gelesen. Und eine entsprechende Darstellung halte ich für ein geeignetes Mittel, dem Publikum nahezubringen warum z.B: 1914 (fast) alle gefeiert haben oder warum es die Materialschlachten oder die horrenden Verluste gab. Natürlich muß man dabei aber auch mit den Leuten ins Gespräch kommen.
Leider ist gerade der erste Weltkrieg im schulischen Geschichtsunterricht (bei mir zumindest) eigentlich gar nicht präsent gewesen, dabei halte ich diesen Krieg für die darauffolgende Entwicklung in Europa (bis hin zur Wiedervereinigung und den Balkankriegen in den 90ern) für prägender als den zweiten Weltkrieg. Und mit dem Blöckezerfall und dessen Folgen (Afghanistan etc) haben wir immer noch genug Probleme.

Nächstes Jahr wirds kein Kaisermanöver geben, erst 2015 wieder.
Wobei ich schon gehört hatte, das nächstes Jahr eine Darstellergruppe in Feldgrau im August nen Dampfzug chartern will- Ist das jetzt ne Verherrlichung oder ein Gedenken an den Kriegsbeginn? Denn wenns eine realistische Darstellung sein soll gehören dazu natürlich auch Lachen und Blumen, weil die damals so ausmarschiert sind...

Wobei ich auch so erzogen worden bin, daß ich weiß das Verbote vielfach nur den Drang etwas verbotenes zu tun fördern (wir durften z.B: unter Aufsicht kokeln und hatten dementsprechned nie das Verlangen heimlich zu kokeln- war ja erlaubt).
Nur wie soll man sich mit dem Thema auseinandersetzen wenn da zu viele Tabus dabei sind? Da sehe ich eine große Gefahr mir die nächsten Radikalen zu züchten- weil sie keine Gelegenheit hatten aus den Fehlern der Vergangenheit eigene Schlüsse zu ziehen und dadurch zu lernen.

MfG Christoph

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 Betreff des Beitrags: Re: Kaisermanöver Ilmenau 2013
BeitragVerfasst: Fr 23. Aug 2013, 09:08 
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Moin,


Zitat:
Leider ist gerade der erste Weltkrieg im schulischen Geschichtsunterricht (bei mir zumindest) eigentlich gar nicht präsent gewesen,


Leider hat man in der BRD in den Siebzigern eine ganze Generation von kritischen Lehrern
per Unvereinbarkeitsbeschlüssen (Radikalenerlass / Berufsverbote) aus dem Schuldienst ferngehalten.

Selber habe ich noch Geschchtsunterricht von Lehrern bekommen, die ihre Ausbildung bei den Nazis erhalten hatten und deren Gedankengut immer noch nahe standen. Als Kind konnte ich das natürlich nicht wissen oder beurteilen.
Deren Ansicht nach, ist der 1. WK wegen mangelnder Unterstützung von der Heimatfront verloren gegangen. Was so allgemein als "Dolchstoß-Legende" in die Nachkriegs-Propaganda eingegangen ist.

Heutzutage kann man sich bei Interesse per Internet und Youtube recht gut über vergangene oder aktuelle Kriege informieren.
Erich M. Remarques Roman "Im Westen nicht Neues" , oder die Verfilmungen davon, stellen die Brutalität und Entmenschlichung des 1. Wk. überzeugend dar. Die Generation ist durch die Propaganda Lügen ihrer Lehrer in den Krieg geschickt worden.

Kaisermanöver, ob zu Kaisers Zeiten oder heute, verharmlosen Militarismus eher. Potentieller Mord und Todschlag kommt in Verkleidung von bunter Folklore daher.

Werbeveranstaltungen der heutige Bundeswehr stellen das Kriegshandwerk ja auch eher als eine Art von Abenteuer-Urlaub dar. Als Kind bin ich bei der Gelegenheit gerne auz Panzern rumgeklettert oder habe dort mit dem Kleinkaliber-Gewehr geschossen.

Verbieten muss man das nicht. Aber ein paar kritische Amerkungen seien erlaubt.

Viel Spaß

JZ / Otter 1


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 Betreff des Beitrags: Re: Kaisermanöver Ilmenau 2013
BeitragVerfasst: Do 26. Sep 2013, 11:16 
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Registriert: Mo 26. Aug 2013, 22:36
Beiträge: 5
Hallo Christoph,
Du hast in Deinem Beitrag sehr gute Bilder eingestellt. Die Großaufnahme mit der Benzollok wäre besonders hervorzuheben. Ich kann darauf viele Details erkennen, die mir die Funktion der Verkleidungsteile erschließen - für einen Nachbau natürlich sehr nützlich. Vielen Dank dafür.
Mit dem Nachstellen historischer Ereignisse habe ich absolut keine Probleme. Wie viele Menschen gibt es, die das Leben der Germanen, Römer oder Kelten nachleben, was auch nicht immer friedlich war. Dabei werden viele wertvolle Erkenntnisse wiedergewonnen, die längst in Vergessenheit geraten sind. Das gleiche gilt doch auch z. B. für das authentische Nachstellen von Schlachten. Wenn dabei auch das entstandene Leid gezeigt wird, ist das doch ok. - Übrigens, heute um 19.50 Uhr zeigt der MDR den Film "Mit der Muskete ins Wochenende".
Viele Grüße
Werner


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 Betreff des Beitrags: Re: Kaisermanöver Ilmenau 2013
BeitragVerfasst: Do 26. Sep 2013, 13:20 
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Registriert: Mo 29. Jul 2013, 16:45
Beiträge: 58
Wohnort: Einen a. d. Waffel
@ Otter 1
Das ist eines der ergreifendsten Hannes-Wader-Lieder. Es ist zwar nicht original von Wader, aber ich höre es sehr gerne.

@ all
Das Hauptproblem bei Themen mit historischem Bezug ist, dass ein verklärtes Bild dargestellt wird. Es wird nicht die Realität von damals nachgestellt, sondern das was aus heutiger sich als die Realität von damals empfunden wird. Ein anderes Hobby von mir sind Opel-Fahrzeuge der späten sechziger Jahre. Von diesen Fahrzeugen sind nur noch die unrenovierten Exemplare einigermaßen authentisch. Die Milchbubis, die nervöse mattschwarze Zierstreifen amerikanischer Muscle Cars und breite Alufelgen auf die Wagen klatschen, faseln am lautesten von "automobilem Kulturgut", obwohl grade sie es kaum schreiben können, geschweige denn die inhaltliche Tragweite des Begriffs auch nur annähernd erfassen.

Die Gefahr verklärender und verzerrender Romantisierung/Idealisierung läuft nach meiner Auffassung gegen 100 %! :-o

Trotzdem ist es interessant, so eine Feldbahn in Aktion zu sehen. Interessant wäre es allerdings, wenn authentische und nicht authentische Elemente deutlicher getrennt wären.

Viele Grüße,
Thorsten


Zuletzt geändert von Simplicissimus am Fr 27. Sep 2013, 20:02, insgesamt 1-mal geändert.

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