Die Feldbahnsinnigen

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 Betreff des Beitrags: Merck`sche Faßlore
BeitragVerfasst: Mi 16. Jan 2019, 22:51 
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Registriert: Do 28. Jun 2012, 18:55
Beiträge: 153
Hallo Garten-, Feld- und Waldbahner.
Man nehme, sofern man hat, aus der Kiste einen Lorenrahmen und eine “ausgediente” Gewürzdose.

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Denn gebaut werden soll eine Faßlore. Das Vorbild ist als Skizze auf Seite 111 im Buch “Merck`sche Kleinbahn” vom Berthold Matthäus zu finden.

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Ich stelle als erstes das Faß fertig, um den genauen Durchmesser für die Faßauflager zu haben. Das Faß hat einen zylindrischen Durchmesser. Der Alukörper wird rundherum mit Karton umklebt, damit ich meine Kaffeerührlöffel leichter mit Weisleim ankleben kann.

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Um die Hölzer der Gegenseite in gleicher Ausrichtung zu haben, laß ich eine Leiste länger und schneide sie später ab.

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Die Faßdauben sind mit dem Boden nicht bündig. Daher klebe ich mir provisorisch eine Bodenverstärkung mit Doppelklebeband am fertigen Faßboden an.

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Alles wird bündig geschliffen.

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Die Dauben werden mit dem Seitenschneider auf die richtige Länge kürze.

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Die letzte Daube eingepaßt und vorher die provisorischen Böden entfernt.

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In der Zwischenzeit ist das Holz mit “Eiche mittel” gebeizt und die Lage der Faßreifen angezeichnet.

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Aus Dosenblech habe ich 3 mm breite Streifen geschnitten. Begonnen wird an der obersten Daube entlang der Markierungen und mit Sekundenkleber geheftet.

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Nach den beiden Endreifen folgen noch die anderen Drei.

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Nach diesem entgültigen Faßdurchmesser konnte ich nun auch die Faßlager bauen.

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So ein Faßreifen braucht an der Überlappung eine glaubwürdige Verbindung und das ist nun mal eine Niete. In meinem Falle sind es Paillettennägel.

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Die Faßlager sind ebenfalls mit “Eiche mittel” behandelt und am richtigen Platz mit dem Faß verklebt.

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Zum Abschluß noch die zwei Spanngurte.

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Für die Befüllung braucht`s noch eine Öffnung im Faß und den dazu gehörigen Verschluß.

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An dieser Lore teste ich mal aus ABS gedruckte Lorenräder, bestehend aus Radkern und Radreifen.

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Das Ganze in der Drehmaschine mit einer 3er Reibahle aufgerieben.

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Es wird die benötigte Breite des Radkranzes von beiden Lorenrädern ausgemessen – 5 mm. Als Achse verwende ich 3 mm gezogenen Schweißdraht, in meinem Fall 68 mm lang.

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Meine Lorenräder sind auf der Rückseite eben. Und das die Lorenachsen mir zu spack aussehen mache ich mir zu Nutze, in dem ich die Achsverdickung als Spurdistanz ausführe. Ich verwende ein ASA-Röhrchen, außen 5 mm und innen 4 mm, auf 40 mm Länge.

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In dieses wird mit Aceton ein außen 4 mm und innen 3 mm ASA-Röhrchen eingeklebt.

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Die Röllchen sind mit der Sandpapierfeile nochmal bearbeitet, so daß alle eine einheitliche Länge von 40 mm haben. Und darein passen nun meine 3 mm Achsen.

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Man nehme eine Achse darüber eine Distanzröhre und messe den Achsüberstand.

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Diesen geteilt durch Zwei und eingestellt.

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Ein Lorenrad dagegen geschoben und mit Sekundenkleber fixiert. Das selbe auf der Gegenseite wiederholen.

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Nun noch die Achslager mit eingesetzten Kugellagern auf die Achsen schieben.

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Wenn sie dann am Rahmen verschraubt sind sieht es so aus. Fehlt bloß noch die Farbe.

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Nun ist die Faßlore komplett und kann auf`s Gleis gestellt werden.

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Da die Lore ansich nichts wiegt und die Räder aus Kunststoff zum Gesamtgewicht auch nicht viel beitragen, besteht die Gefahr daß Sie auf dem Gleis hin und her hüpft. Deshalb bekam das Faß seine erste Befüllung in Form von Stahlkugeln. Jetzt wiegt das Teil 196 g und hat eine gute Gleislage.
Ich hoffe der Beitrag hat Interesse gefunden. Bis zum nächten Bericht

Gruß Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Merck`sche Faßlore
BeitragVerfasst: Do 17. Jan 2019, 09:17 
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Beiträge: 30
Wohnort: Somerset West/Kapstadt
Danke fuer den Bericht!
Einfach genial - Genial einfach!
Meint
Hansbattli


Zuletzt geändert von hansbattli am Fr 18. Jan 2019, 15:25, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Merck`sche Faßlore
BeitragVerfasst: Do 17. Jan 2019, 19:31 
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Beiträge: 1151
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Hallo Thomas,

tolle Arbeit, da sieht man den Feinmechaniker ;)

Die ABS Räder halten sicher.
Mein Ns2f Fahrgestell ist schon einige Stunden gefahren und es zeigen
sich keinerlei Spuren auf den Radreifen.
Einzige Sorge wäre eine böse Entgleisung, also wo die Lok im Schotter weiter fährt.
Ob das die Spurkränze aushalten bleibt abzuwarten.

Die Idee mit den ABS Röhrchen finde ich gut.
Wo hast du die denn her ?
Ich verwende bisher immer Isolierschlauch, ist aber deutlich mühsamer.

Mit den 40 mm Innenabstand muss man aber aufpassen. Mehr sollte es auf keinen Fall werden.
Die "Norm" liegt irgendwo zwischen 39 und 40 mm. Hängt auch von den Rädern,
bzw. der Dicke der Spurkränze ab.

Meinen Spurkränzen verpasse ich von innen auf der Drehbank noch eine kleine Schräge.
Das verhindert ein ev. Auflaufen bei Herzstücken, Radlenkern oder Zwangsschienen
und bei Feldbahn kann das ja manchmal etwas wild sein.

Viele Grüße
Christoph

_________________
aufräumen zerstört die natürlich gewachsene Struktur


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 Betreff des Beitrags: Re: Merck`sche Faßlore
BeitragVerfasst: Do 17. Jan 2019, 21:26 
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Beiträge: 95
Hallo Thomas,

der Wagen ist toll geworden!
Ich habe das Merck-Buch auch ständig in der Hand auf der Suche nach neuen Vorbildern. Bei den Faßwagen ist ja interessant, dass die keinen Ablauf haben, die Blechkessel auf Seite 111 aber wohl.
Das wird ja langsam interessant, wieviele Wagen dieser Bahn es schon im "Feldbahnsinnigen-Kosmos" gibt. :)

_________________
Gruß
Andreas


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 Betreff des Beitrags: Re: Merck`sche Faßlore
BeitragVerfasst: Do 17. Jan 2019, 23:43 
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Registriert: Do 28. Jun 2012, 18:55
Beiträge: 153
Hallo Chrispoph,
die ABS-Räder sollen den Beweis antreten ob sie den Schienenstößen auf unserer Modulanlage gewachsen sind oder ob die Laufflächen aufreißen. Optisch sehen sie gut aus, nur lassen sie leider das typische klackern an den Schienenstößen vermissen. Ein Metallrad ober auch ein Metallradreifen sind immer die bessere Wahl.
Die ASA-Röhrchen habe ich nach meiner Recherche am günstigsten bei
https://www.architekturbedarf.de/kunststoffe/asa-profile
bekommen. Preislich sind auch die Messingprofile dort interessant. Auch der bekannte Instant Rust ist da zu beziehen.

Hallo Andras,
mich reizen ja noch weitere Fahrzeuge dieser Bahn zum nachzubauen. Mein nächster Versuch wird wahrscheinlich die konische Faßlore werden und ein Gesöffwagen. Es werden noch einige “Wagenschnuppen dem Feldbahnsinnigen-Kosmos" beitreten, last euch überaschen.

Bis dahin Gruß Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Merck`sche Faßlore
BeitragVerfasst: Fr 18. Jan 2019, 13:04 
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Registriert: Di 24. Nov 2009, 00:05
Beiträge: 1151
Wohnort: ehemaliger Müritzkreis
Moin Thomas,

das ich die noch nicht selber gefunden habe :roll:
Auf jeden Fall danke für den Tipp, das ist die Lösung für meine
vielen zu dünnen Achsen :D

Die ABS Räder halten das sicher aus. Das ist ein sehr zäher Kunststoff.
Viele KFZ Teile und Gehäuse von Küchengeräten bestehen daraus
und wenn ich bedenke, was die filigranen Teile meiner Drehschemel schon ausgehalten haben.
Interessanterweise ist das unverarbeitete Filament brüchiger als das gedruckte Teil,
sofern es ordentlich gedruckt wurde ;)

Das metallische Klackern auf den Gleisen ist aber ein teurer Genuß,
auf den ich mit Blick auf meine notorisch klamme Bastelkasse gerne verzichte.
Und außerdem gibt es seit dem Wegfall der Wilgro Radreifen keine Alternative mehr
und die waren ja eigentlich auch zu schmal :roll:

Viele Grüße aus dem endlich mal sonnigen Mecklenburg
Christoph

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Merck`sche Faßlore
BeitragVerfasst: Mi 24. Jul 2019, 09:15 
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Registriert: So 17. Feb 2019, 08:12
Beiträge: 19
Wohnort: Hettenleidelheim
GuMo Thomas,
ich wollte jetzt, ein halbes Jahr später, mal nachfragen wie sich deine ABS Räder machen. Auch würde mich interessieren ob es Reste auf den Gleisen gibt.

LG ,Bernd


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